„Tatort“ aus Hamburg: Ménage-à-trois auf Norderney: Kommissar Falke zwischen zwei Frauen

Die Bundespolizisten Thorsten Falke und Julia Grosz ermitteln dieses Mal auf Norderney. Es geht um Mord, Bestechung – und eine alte Flamme des Kommissars, die allen gehörig den Kopf verdreht.

  • 4 von 5 Punkten
  • So viel Emotion war selten: Kommissar Falke lässt sich von seinen Gefühlen leiten und bezahlt dafür fast mit seinem Leben

Worum geht’s?

Plötzlich sitzt sie bei ihm im Auto: Imke Leopold (Franziska Hartmann), eine alte Flamme von Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring), sucht den Hauptkommissar in Hamburg auf. Leopold arbeitet als investigative Journalistin und will einen vermeintlichen Immobilienskandal auf ihrer Heimatinsel Norderney aufdecken. Sie fordert Falkes Hilfe, aber der lehnt ab – Wirtschaftskriminalität sei nicht sein Bereich. Doch dann ruft ihn seine Ex-Freundin mitten in der Nacht an und berichtet von einem Angriff, der sie fast das Leben gekostet hätte. Falke fährt mit seiner Kollegin Julia Grosz (Franziska Weisz) auf die Nordseeinsel, um nach dem Rechten zu schauen. Aus einem Freundschaftsdienst wird schnell ein echter Fall: Ein Makler, den Leopold als Quelle für ihre Behauptungen angibt, liegt erschlagen in seinem Haus.PAID Warum ich seit 50 Jahren „Tatort“ gucke – und es auch weiter tun werde_15.30

Warum lohnt sich der „Tatort“?

Gedreht wurde der Fall „Tödliche Flut“ im Winter 2019 auf Norderney. Regisseur Lars Henning liefert idyllische Landschaftsaufnahmen von unberührten Wäldern, sandigen Dünen und den Weiten des Watts. Gleichzeitig ist es aber auch gelungen, der Insel eine bedrohliche Note zu geben, als ein Ort, an dem sich die Kommissare zunehmend gefangen fühlen, und dem sie nicht so leicht entkommen können. Unterstützt wird dieses Szenario durch dramatische Musik, die die NDR Radiophilharmonie eingespielt hat. Diese Beklommenheit und ein finaler Kampf um Leben und Tod machen den Krimi über weite Teile sehr spannend.

Was stört?

Es ist eine Art Ménage-à-trois, auf die sich Falke und Grosz da einlassen, denn während ihrer Ermittlungen auf Norderney können sie keinen Schritt mehr ohne Imke Leopold tun. Die Journalistin begleitet sie zu Befragungen und mischt sich massiv in die Polizeiarbeit ein. Dass vor allem Falke so schwach ist, das zuzulassen, überrascht. Der sonst so rational auftretende Kommissar lässt sich von seinen Gefühlen leiten und verliert zunehmend die Distanz zu dem Fall. Dabei dämmert es den Zuschauern längst, dass hier nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. 

Die Kommissare?

So richtig rückt Falke nicht mit der Sprache raus, was zwischen ihm und Imke Leopold lief, aber seine Kollegin Julia Grosz bohrt nach. Sie will mehr wissen, denn die Journalistin ist ihr suspekt – und das nicht nur, weil Leopold wilde Kaninchen mit dem Gewehr erschießt, häutet und anschließend in der Pfanne brät. Falke dagegen steht zwischen den beiden Frauen: Er spürt immer noch eine Verbindung zu Imke, will seine Kollegin aber auch nicht vor den Kopf stoßen.

Ein- oder ausschalten?

Als Bundespolizisten ermitteln Falke und Grosz in ganz Norddeutschland. Ihr Ausflug auf die Ostfriesische Insel Norderney ist durchaus lohnenswert, nicht nur wegen der tollen Naturaufnahmen.

Die Kommissare Thorsten Falke und Julia Grosz ermittelten zuletzt in diesen Fällen:

Posts aus derselben Kategorie: