Spannendes Projekt: Forscher züchten Spinat, der Mails verschicken kann

Es klingt absurd, ist aber das Ergebnis intensiver Forschung: Mithilfe von Nanotechnologie könnten Pflanzen wie Spinat bald Leben retten.

In den USA staunt man über eine zunächst verrückt klingende Nachricht: Forscher am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Cambridge haben Spinat gezüchtet, der E-Mails verschicken kann. Blödsinn? Keinesfalls!

Allerdings sind dem Grünzeug keine Hände gewachsen und es kann auch keine Tastatur bedienen. Stattdessen verwendeten die Wissenschaftler Nanotechnologie, um die Spinatpflanzen in Sensoren zu „verwandeln“, die Nitroaromaten im Grundwasser erkennen. Sobald sie solche erspüren, geben sie ein Signal ab, das von einer Infrarotkamera gelesen werden kann, was wiederum eine E-Mail-Warnung an die MIT-Wissenschaftler auslöst.

PAID Glücksforscher, 21.35

Klingt verrückt, könnte aber nützlich werden

Was kompliziert klingt, ist Teil eines großen Forschungsprojekts, bei dem Pflanzen mithilfe elektronischer Systeme neue Fähigkeiten gegeben werden. „Pflanzen sind sehr gute Chemie-Analytiker“, sagt Professor Michael Strano, der die Forschungen leitet, der britischen Zeitung „Metro“. Sie würden permanent den Boden und das Wasser rund um ihre Wurzeln untersuchen und überprüfen. „Das hier ist eine neuartige Demonstration, wie wir die Kommunikationsbarriere zwischen Pflanzen und Menschen überwinden können.“

Die neue Fähigkeit des „getunten“ Spinats ist dabei nicht nur eine Spielerei: Die Nitroaromaten, die er im Grundwasser feststellen kann, sind etwa in Landminen enthalten. Womöglich könnte man in Zukunft mit einer Bepflanzung entsprechender Landstriche herausfinden, wo sich noch gefährliche Minen oder Blindgänger im Boden befinden. Die Forscher arbeiten daran, Pflanzen auch andere Stoffe „vermelden“ zu lassen, sodass vielleicht auch Giftstoffe und andere Verseuchungen im Erdreich auf diese Weise festgestellt werden können. „Sie können kleinste Veränderungen in der Zusammensetzung von Erdreich und Wasser erkennen“, so Michael Strano.

Quelle:   „Metro“

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