Störung bei Facebook-Diensten: Kein Zutritt zu Büros, fallende Aktienkurse: Das bedeutet der Facebook-Kollaps für den Konzern

Millionen Nutzer können seit dem frühen Abend nicht auf Facebook und dessen Dienste Whatsapp und Instagram zugreifen. Die Störung kostet den Konzern – und seinen CEO – Milliarden.

Millionen Nutzer von Facebook, Whatsapp und Instagram saßen seit Montagabend auf dem Trockenen. Der Mutterkonzern war offenbar von einer massiven Störung betroffen – Millionen Menschen hatten keinen Zugriff auf die Facebook-Dienste. Die Ursache blieb zunächst unklar.

Die Website Downdetector meldete ab 17.45 Uhr (MESZ) Ausfälle in Ballungsräumen in Nordamerika und Teilen Europas. Nutzer versuchten demnach erfolglos, auf ihre Konten bei Facebook zuzugreifen, den Fotodienst Instagram zu nutzen oder über den Messengerdienst Whatsapp Nachrichten zu verschicken. Facebook-Nutzern wurde die Fehlermeldung angezeigt: „Etwas ist schief gelaufen. Wir arbeiten daran und werden es so schnell wie möglich beheben.“

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Ausfall kostet CEO Zuckerberg Milliarden

Doch durchkreuzt der Ausfall Medienberichten zufolge nicht nur die Freizeitpläne der Nutzer. Für Mark Zuckerberg bedeutet dies Verluste in Milliardenhöhe. Laut „Bloomberg“ verlor der Konzern auf dem US-Technologiemarkt Nasdaq zwischenzeitlich mehr als fünf Prozent an Wert. Der CEO selbst soll dabei mehr als sechs Milliarden Dollar eingebüßt haben.

Doch schmerzt die Störung nicht nur den Online-Riesen.“Netblocks“, eine Überwachungsorganisation für Cybersicherheit, errechnete einen Verlust von 160 Millionen US-Dollar für die Weltwirtschaft – innerhalb einer Stunde.

Die Lösung des Problems gestaltete sich auch deshalb schwierig, weil auch die Facebook-internen Systeme betroffen seien, wie die „New York Times“ berichtet. Mitarbeiter hätten Probleme mit ihren Diensthandys und E-Mail-Konten. Auch die unternehmenseigene Kommunikationsplattform „Workplace“ sei abgeschaltet worden. Selbst die Büroräume seien für einige Angestellte versperrt gewesen, da ihre digitalen Dienstausweise nicht mehr funktioniert haben sollen.

Serverprobleme als wahrscheinliche Ursache

Einem Bericht der „New York Times“ zufolge gingen die digitalen Lichter in der Facebook-Familie überall zur gleichen Zeit aus. Innerhalb von fünf Minuten seien Facebook und die dazugehörigen Plattformen aus dem Internet verschwunden. Zwar seien solche Ausfälle per se nichts Ungewöhnliches – die Simultanität des Kollapses jedoch umso mehr. Die letzte vergleichbare Störung, so die US-Zeitung“ liegt rund zwei Jahre zurück. Damals habe ein technischer Fehler die Bedienbarkeit der Plattform über 24 Stunden beeinträchtigt.

Doch dieses Mal blieb die Ursache zunächst unklar. Auch Stunden nach Störungsbeginn, so schreibt die „New York Times“, versuchten Mitarbeiter weiterhin das Grundproblem zu ermitteln. Zwei anonyme Facebook-Angestellte hätten jedoch erklärt, dass ein Cyberangriff unwahrscheinlich sei. Sicherheitsexperten würden eine Fehlkonfiguration der Server hinter den massiven Problemen vermuten.

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Facebook ohnehin schon unter Kritik – dank Whistleblowerin

Der Ausfall trifft Facebook inmitten einer Krisenphase. Seit Wochen gibt es Negativ-Schlagzeilen über den Umgang des Internetriesen mit eigenen Untersuchungen zur Frage, wie schädlich die Online-Angebote – insbesondere Instagram – etwa für jugendliche Nutzer sind.

Erst am Sonntag gab sich die frühere Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen als Whistleblowerin zu erkennen, die Dokumente des Konzerns an das „Wall Street Journal“ weitergereicht hatte. Die 37-Jährige wirft ihrem ehemaligen Arbeitgeber unter anderem vor, Profit systematisch über Sicherheit zu stellen. Der Algorithmus, der festlegt, welche Inhalte Nutzern angezeigt werden, sei darauf ausgelegt eine Reaktion hervorrufen – und „es ist einfacher, Menschen zu Wut zu inspirieren als zu anderen Emotionen“. 

Quellen: „New York Times„; „Netblocks„; „Bloomberg„; mit afp

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